×
Warenkorb 0
Rabattaktion bis 31.5.2018
  • 5% Skonto bei Zahlung
    per Vorkasse
  • 3% Rabatt bei einem
    Bestellwert ab 250 €
  • 7% Rabatt bei einem
    Bestellwert ab 500 €
  • 0 Versandkosten ab einem
    Bestellwert von 40 € ³

Leinen

Leinen ist seit jeher ein Gewebe, das sich im längsten Dauertest der Kulturgeschichte hervorragend bewährt hat. La fleur bleue: „Flachsblau“, wie der Franzose jene unverwechselbare Farbe zwischen Königsblau und Kornblumenblau nennt, ist der wichtigste Rohstoff des Hauses Leinenmeister.

Flachs gehört zu den ältesten Pflanzenarten, die der Mensch kultiviert hat. Seine Heimat liegt zwar in Westasien, jedoch lässt sich für nahezu alle Kulturkreise seine Anpflanzung und Verarbeitung nachweisen. Schon im 4. und 5. Jahrtausend v. Chr. wurde in Babylon Flachs zur Öl und Fasergewinnung angebaut. In ägyptischen Grabkammern fand man Fingerhandschuhe aus Leinen, und Wandbemalungen aus dieser Zeit zeigen die Weiterverarbeitung von Flachs.

Den lateinischen Namen Linum usitatissimum hat der Flachs von den Römern, der ihre Wertschätzung für diese Öl-, Gespinst-, und Heilpflanze zum Ausdruck brachte: „Linum“, der Lein; und „usitatissimum“, der Nützliche oder der Gebrauchte. Sogar in Mitteleuropa war der Flachs seit ca. 3000–4000 v. Chr. bekannt. Netze, Stricke und der Samen waren nur einige der Anwendungen, welche die alten Germanen für den Flachs fanden. Man kennt Berichte aus dieser Zeit, in denen von Leinengeweben die Rede ist, welche als hauptsächliche Kleidungsstücke getragen wurden.

In späterer Zeit wurde das Spinnen und Weben aus den häuslichen Stuben heraus zu einem richtigen Handwerk weiterentwickelt. Schon im Mittelalter gab es in Deutschland eine blühende Textilwirtschaft, und die Weberei wurde vor allem in Schlesien, Thüringen und Westfalen ein lohnendes Gewerbe. Jedes Dorf hatte früher seine Weber, die immer fleißige und unermüdliche Leute waren. Meist webten sie die ganze Nacht durch, ständig begleitet von dem Geklapper des Webstuhls.

Im Jahre 1614 bildete man die „Linnewebergilde“. Nach wie vor konnte jeder Bürger so viele Webstühle in Gang bringen, wie er wollte; jedoch durften nur die Gildenmitglieder Lehrlinge annehmen, die dann für andere gegen Bezahlung webten. Frauen, die ohne Zweifel in den Spinnstuben harte Arbeit leisteten, ließ man jedoch im Gewerbe der Weberei nicht zu. Der Zusammenschluss zu Gilden oder Ämtern sicherte die Weber gegen Konkurrenz und erlaubte die Festsetzung von Preisen und Löhnen.

Um das Leinen zum Verkauf anzubieten, brachte man es zur Legge. Dort wurde das in Heimarbeit gewebte Leinen von erfahrenen Meistern begutachtet und auf Qualität und Maß geprüft. Berühmt war die Bielefelder Legge. Der Bielefelder "Leggestempel" war als Qualitätsnachweis bis weit nach Amerika und Russland hinein bekannt und geschätzt.

Das Leinen, das nicht für den Verkauft bestimmt war, wurde meist im häuslichen Eigenbedarf verwandt. Tischtücher, Bettwäsche und Hemden oder Handtücher waren nur einige der Möglichkeiten für die Verwendung von Leinen. So gab es richtiges Bauernleinen, was sich durch häusliche Eigenproduktion auszeichnete und meist der größte Schatz der Bäuerin war. Bei Hochzeitsvorbereitungen wurde das Leinen zum Brautstaat zusammengenäht. Zu diesem Zweck kamen die Weißnäherinnen ins Haus, die zusammen mit den erwachsenen Töchtern von Hand diese Arbeit erledigten.

In der heutigen Zeit erfreut sich Leinen im Zeichen von Nachhaltigkeit und wieder gestiegenem Qualitätsbewusstsein großer Beliebtheit - auch wegen seiner einzigartigen, sprichwörtlichen Langlebigkeit.